Neuseeland

Moeraki-Boulders: Murmeln der Götter

Moeraki Bolders

Auf der langen Busfahrt nach Süden machen wir an der Küste von Otago zwischen Moeraki und Hampden Halt. Der Körper schreit nach Bewegung und so jogge ich spontan den Strand entlang, vorbei an den bis zu zwei Meter großen Steinkugeln, die hier regelmäßig vom Meer freigespült werden. Bis der Bus nur noch ein kleiner Farbkleks ist, am Horizont.

Die Moeraki Boulders entstanden durch Zementation von Calcit aus Porenwasser von paläozänen Sedimenten. Ähnliche Formationen gibt es auch an mehreren anderen Stellen in Neuseeland oder sonstwo in der Welt, z.B. an der Küste Englands, meist sind die Kugeln aber nicht so groß. Ihre Entstehung ist noch nicht vollständig geklärt. Möglicherweise wurden Steinchen über Jahrzehntausende im flachen Schlamm hin- und hergerollt, während sich Schicht um Schicht anlagerte und verfestigte. So ähnlich wie Kinder früher, als es noch Schnee gab, die großen Kugeln für Schneemänner gerollt haben. Oder wie beim Kerzenziehen.

Dass die Boulders das spielerische Werk von Außerirdischen seien, welche von den Menschen als Götter verehrt wurden, ist wohl eher nicht anzunehmen … (Erich von Däniken), auch wenn man immer wieder auf Menschen stößt, die diesen abseitigen Hypothesen etwas abgewinnen. Seit den 1970er Jahren ist eine neue Mythologie entstanden, die sich Präastronautik nennt, aber Parallelen zum griechischen Götter-Universum hat. Mit Anthropologie, Geologie oder Geschichtswissenschaft hat das nichts zu tun.

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Beitragsbild: Mirke, 2012.

Verwendung des PICR-Logos mit freundlicher Genehmigung durch PICR, 19.05.2024.

275.1   Mirke, Youtube-Terms, 2012.  ▲

275.2   Mirke (für 2 Fotos), 2012.  ▲


4 Kommentare anzeigen

4 Kommentare

  1. Angenommen, um ein Steinchen lagert sich im Schlamm gleichmäßig Calcit an, ohne dass es herumrollt. Könnte dabei ebenfalls eine Moeraki-Kugel entstehen, oder müsste man an ihren Schichten erkennen können, dass Bewegung nötig war?
    Offenlegung: Ich bin mit free receipt maker verbunden.

    • admin

      Ja – eine perfekt runde Moeraki‑ähnliche Kugel kann auch ohne Bewegung entstehen. Die Schichten zeigen keine Hinweise darauf, dass Rollen oder Umlagerung nötig gewesen wäre. Die Geochemie spricht sogar explizit für Wachstum durch Diffusion in ruhendem Sediment. Ich persönlich kann es mir ohne Bewegung allerdings nicht ganz vorstellen. Zumal die Gezeiten ja ständig für Bewegung sorgen.

  2. Diese Götter sind durchaus sehr spannend, beispielsweise die unzähligen der griechischen Mythologie.

    • admin

      Hier ging es doch nicht um die Götter der griechischen Mythologie, sondern um solche seltsamen Narrative wie die von Däniken, wonach sich Außerirdische auf der Suche nach Gold auf der Erde eingefunden hätten, sich mit Menschenfrauen paarten und so erst die Evolution zum Homo sapiens angestoßen hätten. Zugleich werden alle ungeklärten archäologischen Fragen als “Beweis” für diese Außerirdischen herangezogen, die von den frühen Menschen als “Götter” verehrt worden sein sollen.

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